Ernährungsmedizin als Wendepunkt im Kampf gegen Diabetes mellitus und den Klimawandel?

Ernährungsmedizin und die Forschung in diesem Feld gewinnen zunehmend an Bedeutung und stellen einen neuen Ansatzpunkt in der modernen Medizin dar, da laut der Global Burden of Disease Study der Lebensstil für den weltweiten Inzidenzanstieg der sogenannten „Noncommunicable Diseases“ (NCDs), wozu Diabetes mellitus Typ 2 zählt, verantwortlich ist. Als bisher umfassendste weltweite epidemiologische Beobachtungsstudie kommt ihr im Kampf gegen die NCDs eine Schlüsselrolle zu (Global Burden of Disease Study 2020).

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Unser Lebensstil bringt uns um – und was können wir dagegen tun?

Ein starker Einstieg in ein heiß diskutiertes Thema: Prof. Stefan Lorkowski verstand es seine Zuhörer direkt abzuholen. In seinem Vortrag „Wissenschaft trifft Trends – Welche Ernährung ist sinnvoll (und gesund)?“ ging Prof. Lorkowski eindringlich auf die neuesten Trends der Ernährung ein, sei es low fat, low carb oder das „Superfood“ Kokosöl.

Mit einer Gliederung seines Vortrags in „recent findings“ war der Vortrag sehr gut strukturiert und sicherlich nicht nur aus medizinischer Sicht, sondern auch für jeden selbst interessant.

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pAVK und Diabetes – häufig… nicht ausreichend therapiert

Am 06. November 2020 war es soweit. Ich durfte bei der 14. Diabetes Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), die erstmals digital stattfand, dabei sein und das erfreulicherweise im Rahmen eines Stipendiums.

Vor allem durch die Vorträge „Diabetes und pAVK – eine besondere Herausforderung“ und insbesondere durch den Vortrag von Herrn PD Dr. Kilian Rittig konnte ich einige neue Erkenntnisse gewinnen. So besteht eine hohe Dunkelziffer von Patienten mit pAVK (21 Prozent der Patienten über 65 Jahre haben eine pAVK, nur knapp 9 Prozent wissen davon). Diabetiker haben ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko, eine pAVK zu entwickeln. Bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung eines Diabetes mellitus bestehen bei 50 Prozent der Patienten makrovaskuläre Schäden. Der pAVK kommt hier als „Indikatorerkrankung“ einer manifesten Atherosklerose eine bedeutende Rolle zu: Während knapp 25 Prozent der KHK-Patienten Begleiterkrankungen an anderen Gefäßen aufweisen, ist dieser Anteil bei Patienten mit pAVK mit 61,5 Prozent deutlich höher. Neben einer Lebensstilmodifikation ist bei diesen Patienten eine medikamentöse Therapie entscheidend. Insbesondere ist hier die Statintherapie zu nennen. Leider ist die Anzahl von Patienten, die kein Statin erhalten und noch nie eines erhalten haben, bei Patienten, die „nur“ einen Diabetes haben, mit ca. 68 Prozent am höchsten; bei Patienten mit pAVK liegt der Anteil ebenfalls erschreckend hoch bei 53 Prozent. Daneben kommt einer möglichst optimalen Blutzuckereinstellung eine große Bedeutung zu. Die Wahl der Therapie hängt entscheidend von den Komorbiditäten ab. Als blutzuckersenkende Therapie sollte bei Patienten mit Diabetes mellitus und Atherosklerose neben Metformin schnell wenn nicht unmittelbar eine Therapie mit GLP1-Analoga (bevorzugt Liraglutid, das als einziges GLP1-Analogon eine Reduktion von kardiovaskulärem Tod gezeigt hat) oder SGLT2-Inhibitoren eingeleitet werden.

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Ess-gesteuert?

Der bei mir für am meisten Gesprächsstoff mit Kollegen führende Beitrag dieses Jahr war „Ess-gesteuert? Wie Ernährung unser Verhalten steuert“ von Sebastian Schmid aus Lübeck.

Momentan bin ich als Rotationsassistentin in einer Psychosomatischen Klinik und behandele Patienten, die 6-8 Wochen bei uns stationär in der Klinik sind. Diese Patienten essen nun zwangsläufig über einen vergleisweise langen Zeitaum Klinikessen, das weit im Voraus gekocht und zubereitet wurde. Interessant in dem hier thematisierten Vortrag fand ich insbesondere den deutlichen Rückgang der Aggressionen bei (in dem Fall Gefängnisinsassen) unter breiter Vitamin- und Spurenelementssubstitution. Wenn man dies weiterdenken und übertragen würde, stellt sich für mich die Frage, ob auch bei Patienten, die langfristig in einer Klinik, Reha etc. sind, möglicherweise eine Substitution eigen- oder fremndaggressive Verhaltensweisen reduzieren könnte? Bei einem kurzzeitigen somatischen Aufenhalt spielen diese Faktoren wahrscheinlich eine untergeordnete Rolle, bei längeren stationären Aufenthalten könnten sie aber womöglich ins Gewicht fallen.

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Bewegung – eine viel zu selten genommene „Super-Pille” mit breitem Wirkungsspektrum

Dass Bewegung gut ist, hat jeder von uns schon mehrmals gehört. Man könnte vermuten, dass wir uns dementsprechend mehr und lieber bewegen als es früher der Fall war. Doch die Daten, die Herr Prof. B. Kulzer in seinem Vortrag „Von Kopf bis Fuß – Wege zur Bewegung“ dargestellt hat, spiegeln genau das Gegenteil wider: 27,5 Prozent aller Erwachsenen weltweit sind körperlich inaktiv. Dies bedeutet, dass sie sich weniger als 150 Minuten moderat bzw. 75 Minuten intensiv pro Woche sportlich betätigen.

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Die Leber im Fettnäpfchen

In seinem Vortrag „Ursache und klinische Bedeutung der NASH bei Patientinnen und Patienten mit einem Diabetes mellitus“ stellt Prof. Roden anschaulich den aktuellen Stand der wechselseitigen Beziehungen zwischen nicht-alkoholischer Fettleber und Diabetes dar.

Besonders eindrucksvoll erschien zu Anfang das Beispiel der energiereichen Mahlzeit, welche bereits nach einmaliger Einnahme die Insulinsensivität in Leber, Muskel und Fettgewebe signifikant senkte. Dies ging mit den aus meiner Sicht drastisch erhöhten Leberfetteinlagerungen und hepatischer Glucoseproduktion einher. War dies auch nur eine Momentaufnahme, kann man sich schon vorstellen, was man dem Körper langfristig mit einer solchen Ernährung antut.

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Herzinsuffizienztherapie bei Patienten mit Diabetes – Was ist wichtig für die Praxis?

In dem Vortrag von Prof. Marx (RWTH Aachen) wurde die Therapie der Herzinsuffizienz erläutert. Es zeigte sich, dass die ESC Leitlinien momentan keine großen Unterschiede zwischen Patienten mit oder ohne Diabetes machen. Prinzipiell wird unterschieden zwischen Herzinsuffizienz mit reduzierter oder mit erhaltener Ejektionsfraktion. Der Fokus liegt hier auf der Herzinsuffizienz mit reduzierter EF. Dabei sollte aber immer die Klinik bzw. die Symptome der Patienten mit einbezogen werden – im Speziellen die NYHA-Klassifikation.

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Welche Ernährung ist gesund?

„Unser Lebensstil bringt uns um.“ Mit diesem Statement beginnt Prof. Dr. Lorkowski seine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse zum Thema gesunde Ernährung. Wir nehmen zu viel an Energie auf, essen zu viel zugesetzten Zucker/raffinierte Stärke und gesättigte Fettsäuren, Cholesterol und verarbeitete Lebensmittel und gleichzeitig essen wir zu wenig Vollkornprodukte, Ballaststoffe, Nüsse, Gemüse, Obst, Fisch und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Eine Ernährungsweise, die mit einem hohen Body Mass Index, erhöhter Nüchtern-Glukose, erhöhtem Blutdruck, erhöhtem LDL-Cholesterol assoziiert ist und die Anzahl an verloren gegangen Jahren erhöht.

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Auch die Uhrzeit macht das Gift

Bei der diesjährigen Diabetes Herbsttagung wurden viele interessante Punkte zu Ernährung, Adipositas, Diabetes und Therapieoptionen angesprochen. Die Vorträge von Stefan Lorkowski („Wissenschaft trifft Trends – Welche Ernährung ist sinnvoll (und gesund)?“), Sebastian Schmid („Essen zwischen Lust und Bedarf – Wie Gehirn und Hormone unser (Ess)Verhalten steuern“) und Jens Aberle („Effektivität konservativer Therapieansätze für Übergewicht und Adipositas – Zeit für individualisierte Adipositastherapie?“) haben in Bezug auf Adipositasprävention and -behandlung neue oder oft vernachlässigte Aspekte diskutiert.

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Preventing gestational diabetes – what works and what needs more research?

Recently, the number of women with gestational diabetes has increased worldwide and it occurs in almost six percent of all pregnant women. This increase could be explained by the common occurrence of becoming pregnant at a later age as well as the presence of overweight in expectant mothers. Additionally, the diagnosis methods of gestational diabetes have improved.

The subsequent risks of gestational diabetes, such as that more than half of women with gestational diabetes will develop type 2 diabetes within eight to ten years after childbirth, make it a priority to prevent pregnant women of developing gestational diabetes. The important prevention strategies for gestational diabetes are more physical activity and a balanced diet.

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