Bye, bye Kinderarzt: Wie gelingt Kindern mit Diabetes ein guter Übergang zum Erwachsenenmediziner?

Bauklötze, nette Sprechstundenhilfen und das Belohnungs-Gummibärchen machen kleinen Kindern Freude. Große Kinder und junge Erwachsene müssen aber früher oder später Abschied von ihrem medizinischen Betreuer nehmen und zum Erwachsenenmediziner wechsel. Dort geht es ihnen aber nicht zwangsläufig besser: Viele Heranwachsende fühlen sich dort nicht ernst genommen. Sie wollen ihr eigenes Ding machen, aber nicht als chronisch Kranke wahrgenommen werden und mit alten Menschen in einem Wartezimmer sitzen. Denn die Patienten gelangen aus einem Familien-zentrierten Versorgungsumfeld in eine Welt, in der sie selbstverantwortlich für ihre Gesundheit sorgen müssen.

Bär mit Pillen

Quelle: Fotolia/Claireliz

40 Prozent der jungen Diabetiker verlieren nach dem Übergang zur Erwachsenenmedizin den Kontakt zu ihrem Spezialisten. Die Blutzuckerwerte der Betroffenen sind in der Transferphase mehr als doppelt so oft erhöht wie bei Jugendlichen in kinderärztlicher Betreuung. Letztere erfahren auch deutlich seltener Komplikationen mit ihrer Erkrankung als Heranwachsende, die vom Erwachsenenmediziner betreut werden. Ein gut betreuter Übergang vom Pädiater zum Diabetologen dient also nicht nur dem positiven Krankheitsverlauf, sondern spart auch Kosten.

Um junge Erwachsene bei der Transition zu unterstützen, startete das Berliner Transitionsprogramm an den DRK-Kliniken im Berliner Westend. Inzwischen ist die Initiative auf 7 Bundesländer ausgeweitet worden. Im Zentrum stehen Fallmanager als ständige und vertraute Ansprechpartner der Patienten und Koordinatoren, die den gesamten Prozess steuern. Pädiater sollen den Transfer rechtzeitig anbahnen, Informationen an den Patienten und die Eltern vermitteln. Aufgabe der Fallmanager ist es, die Patienten einer Fallgruppe zuzuordnen, darauf zu achten, dass Arzttermine eingehalten werden. Sie koordinieren Termine, unterstützen die Befundübermittlung und planen erforderliche Fallkonferenzen. Nach zwölf Monaten findet ein Abschlussgespräch statt, um den Prozess abschließend zu bewerten. Damit endet die Transitionsphase.

Nicht für jeden chronisch Kranken Jugendlichen wird dieses Modell funktionieren. Daher gilt es, weiter auf die Bedürfnisse der jungen Patienten einzugehen und eventuell nach Alternativen Lösungen zu suchen. Nur, wenn chronisch Kranke ein gutes und verantwortungsbewusstest Verhältnis zu ihrem Arzt pflegen, werden sie ihre Krankheit dauerhaft managen können.

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