Brauchen wir ein Nationales Diabetesregister?

In Deutschland leiden ungefähr 10 Millionen Menschen an Diabetes. Bis 2030 wird sich die Zahl der Betroffenen vermutlich verdoppeln. Bisher gibt es in Deutschland lediglich für Krebserkrankungen die gesetzliche Vorgabe, Patientendaten zentral in einer Langzeitauswertung zusammenzuführen. Ist es also an der Zeit, ein solches Nationales Register auch für Diabetes-Erkrankungen einzuführen?

Das Fazit vorneweg: Letztlich ist dies eine rhetorische Frage. Alle Teilnehmer der Diskussion sind sich einig, dass die Fragestellung eigentlich nicht ja oder nein lauten sollte. Sondern viel mehr: Wozu braucht man ein solches Register und wie lässt es sich am besten umsetzen?

Erste Ansätze finden sich bereits im aktuellen Koalitionsvertrag in der Vorgabe, eine Nationale Diabetes Strategie zu entwickeln, mit dem Ziel die Prävention und Früherkennung auszubauen, Versorgungsangebote weiterzuentwickeln und die Information und Aufklärung zu verbessern.

Als Vorbild einer möglichen Umsetzung wurde von allen Vertretern das Diabetes Register in Schweden angesprochen, welches bereits seit 1996 existiert. Aufgrund der hier gesammelten Daten lassen sich nun großangelegte, aussagekräftige Studien durchführen, die zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beitragen. Jedoch ist allein durch die unterschiedliche Größe der Länder freilich keine genaue Übertragung des schwedischen Modells auf Deutschland möglich.

Ein zentrales Diabetes Register würde erstmals einheitliche Daten generieren sowie Strukturen und Schnittstellen bieten, auf die sich alle Interessensgruppen (DDG, Politik, Industrie, Patientenorganisationen) stützen könnten.

Um es mit den abschließenden Worten des Vortragsvorsitzenden R. Holl zu sagen: „Wer ein nationales Diabetes-Register fordert, muss sich auch für dessen Realisierung einsetzen.“

Aus der Präsentation von R. Holl und J. Seufert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.