Blutzucker als Marker für Meningiome?

Neue Untersuchungen bringen eine überraschende Wendung für Diabetespatienten: gutartige Hirntumoren, die bislang als Folge von Übergewicht und Diabetes galten, scheinen bei Patienten mit hohen Blutzuckerwerten deutlich seltener vorzukommen. Meningiome sind zwar meist nicht krebserregend – je nach Lage können sie dem Patienten trotzdem zur Belastung oder gar zur Gefahr werden. Vorherige Untersuchungen haben zu der Annahme geführt, dass solche langsam wachsenden Tumore häufiger bei Menschen mit Übergewicht oder Diabetes vorkommen.

Eine Studie der Ohio State University untersuchte mögliche Verbindungen zwischen Meningiomen und Blutmarkern, darunter auch Glukose, bei über 40.000 Testpersonen, deren Daten zwischen 1985 und 2012 gesammelt worden waren. Paradoxerweise wurde ausgerechnet bei jenen Patienten mit hohen Blutzuckerwerten innerhalb von 15 Jahren nach der Untersuchung deutlich seltener ein Meningiom diagnostiziert. Studienleiterin Judith Schwartzbaum nannte dieses Ergebnis „unerwartet“ – normalerweise seien Diabetes und hoher Blutzuckerspiegel wichtige Risikofaktoren für Krebserkrankungen. Ihre Arbeit erscheint diesen Monat im British Journal of Cancer.

Besonders deutlich waren die Ergebnisse bei Frauen: die Teilnehmerinnen mit dem höchsten Nüchternblutzucker hatten nicht einmal ein halb so hohes Tumorrisiko wie die Damen mit den niedrigsten Werten. Diese Ergebnisse könnten dazu beitragen, die Entstehung von Meningiomen besser zu erklären. Diese Tumoren wachsen über viele Jahre bevor sie Beschwerden verursachen – eine frühzeitige Diagnose könnte eine sichere Operation ermöglichen.

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