Behandlung des polypharmazierten Patienten – Komplex, aber nicht unmöglich

Dass die Behandlung des älteren, polypharmen Patienten hohe Ansprüche an den behandelnden Arzt stellt bedarf keiner Diskussion. Mehr Krankheiten führen zu mehr Medikamenten, mehr Medikamente zu mehr Nebenwirkungen. Zur Verhinderung einer nicht enden wollenden und ständig unter Veränderung stehenden Arzneimittelliste muss  zu einem frühen Zeitpunkt des Behandlungskonzepts ein Umdenken stattfinden.

Fotolia/jrwassermann

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Die richtige Auswahl und Interpretation von Leitlinien hat einen genauso großen Stellenwert wie die Festlegung einer medikamentösen Therapie. Insbesondere wenn die Flut an Therapieempfehlungen verschiedener Fachgesellschaften scheinbar kein Ende nimmt. Spätestens am Punkt der Regimefestlegung muss sich der behandelnde Arzt nun die Frage stellen was er mit seiner Therapie erreichen will. Gelten für ältere Patienten die selben Ziele wie für junge Patienten? Was bedeutet Symptomfreiheit in Bezug auf einen Patienten mit zahlreichen kleinen Gebrechen, die in der Gesamtheit aber eine massive Einschränkung darstellen?

Ein Patentrezept gibt es hier sicherlich nicht. Und auch kein absolutes Regime. Der Patient muss in seiner gegenwärtigen Situation immer wieder neu evaluiert werden. Jedes neu verschriebene Medikament bedarf einer gewissenhaften Prüfung auf Nutzen und Mehrwert. Hier sind Ärzte, Apotheker und Pfleger gleichermaßen in der Verantwortung ihr klinisches Wissen ständig zu erneuern und ihre Entscheidungen zu hinterfragen, um einen Schaden ihrer Therapie zu verhindern.

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