Basalinsulin – Nur noch einmal pro Woche?

Basalinsuline sind aus der heutigen Diabetestherapie nicht mehr wegzudenken. Sowohl ein 9-jähriger Junge mit Typ-1-Diabetikes, als auch eine 85-Jährige mit fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes sind auf Basalinsuline angewiesen. Daher werden kontinuierlich neue Insulinanaloga mit immer längerem Wirkungsprofil entwickelt. Doch welchen Vorteil hat die immer längere Wirkung der Insuline? Und wie schafft man es, ein basales Insulin über eine ganze Woche wirken zu lassen?

Dr. Andreas Liebl (Fachklinik Bad Heilbrunn) stellte die Benefits der verlängerten Insulinwirkung dar. Tatsächlich wurde in einer kürzlich publizierten Metaanalyse von Rebecca S. Holmes [1] herausgefunden, dass die längere Wirkung neuerer Basalinsuline wie Degludec oder Detemir im Vergleich zu Glargin U100 zwar keine signifikante Verbesserung bei Einstellung des Blutzuckers oder des HbA1c zur Folge hat, allerdings die Patienten bei den neueren Insulinen weniger Hypoglykämien erlitten.

Derzeit wird ein noch stärker konzentriertes U700 Insulin entwickelt. Das Ziel ist hierbei die Basalinsulininjektion auf ein einziges Mal pro Woche zu reduzieren. Dadurch könnten Hypoglykämien potenziell weiter reduziert und die Einstellung auch eher incomplianter Patienten optimiert werden.

Das Wirkungsprofil neuerer Analoga kann zum Beispiel durch eine höhere Konzentrierung, eine Vergrößerung des Moleküls bzw. dessen Polymerisierung, oder eine verstärkte Bindung an Serumalbumin weiter abgeflacht werden. Zusätzlich kann man die Aminosäurensequenz des Proteins verändern, um die Rezeptoraffinität und den Abbau zu reduzieren.

Derzeit befindet sich ein U700 Insulin in einer Phase-III-Studie. Wir werden also sehr bald erste Ergebnisse zum Nutzen dieser noch längeren Wirkungsdauer erhalten.
Nun stellt sich natürlich die Frage: Was kommt danach? U3000 Insuline 1x im Monat? U52000 Insuline ein Mal im Jahr?

Jannik Wolters

Literatur
[1] Holmes RS, Crabtree E, McDonagh MS. Comparative effectiveness and harms of long‐acting insulins for type 1 and type 2 diabetes: A systematic review and meta‐analysis. Diabetes Obes Metab 2018; 21:984-992

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