Bariatrischen Chirurgie: Was jeder wissen sollte

Von Mareike Hartmann

In kompakten, informativen Vorträgen wurde den Zuhörern am Samstag Vormittag der Bereich der Bariatrischen Chirurgie näher gebracht.

Im ersten Vortrag wurden die bereits am Vortag erwähnten Indikationen zur bariatrischen Chirurgie aufgegriffen, wobei betont wurde, dass in Deutschland (gerade auch im Vergleich zu vielen anderen Ländern) die Indikation viel zu spät gestellt würde, sodass bei den Patienten durch das starke Übergewicht bereits massive irreversible Schäden vorliegen.

Danach wurden die möglichen Verfahren dargestellt. Die in Deutschland am häufigsten durchgeführte Operation ist der Schlauchmagen, gefolgt vom Magenbypass (dieser ist weltweit an erster Stelle). Die Magenband-OP ist weltweit rückläufig. Interessant war noch die Vorstellung zweier neuer Verfahren, sogenannte „Mini-Eingriffe“, bei welchen unter anderem eine geringere OP-Zeit benötigt wird . Dabei scheint der „Minibypass“ noch recht umstritten zu sein, das SADI-S (Single anastomosis duodeno–ileal bypass with sleeve gastrectomy) jedoch bereits aufgrund guter Ergebnisse eine gute Alternative darzustellen.

Im folgenden Vortrag wurden noch konkrete Zahlen für Deutschland vorgelegt und außerdem die Notwendigkeit einer konsequenten und lebenslangen Nachsorge sowie eventuell benötigte Substitutionstherapie (bei malabsorbtiven Verfahren) herausgestellt, welche bisher nicht von den Krankenkassen getragen wird.

Der letzte Vortrag gab eine interessanten Blick in die Zukunft, wobei klargestellt wurde, dass bariatrische Chirurgie bei weitem nicht nur über den Gewichtsverlust wirkt, sondern den Körper auf viele Weisen beeinflusst (hormonelle Veränderungen, veränderte Zusammensetzung der Darmbakterien, humorale Effekte…). Allerdings wurde betont, dass leider noch nicht ausreichend Studien mit hoher Evidenz vorhanden seien um genügend Akzeptanz zu finden. Die bereits Vorhandenen Langzeitstudien zeigen jedoch, dass die Mortalität mit OP im Vergleich zu konservativer Therapie nach 10 Jahren geringer ist und für Kurzzeiteffekte liegen sogar Studien mit 1A Evidenz vor.

Insgesamt sicherlich ein Gebiet, auf dem es noch viel zu erforschen gibt und dass Hoffnung auf eine wirkungsvolle Therapie der Adipositas sowie deren Begleiterkrankungen lässt!

 

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