Antikoagulation bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes und Adipositas

Im Vortrag von Prof. Axel Linke wurden Studien der letzen Jahre zum Thema Antikoagulation bei Diabetes und Adipositas vorgestellt.

Vorgemerkt sei, dass es bekannt ist, dass DM-Patienten ein erhöhtes Risiko haben, an kardiovaskulären Erkrankungen zu sterben. Im Anschluss wurden drei Schwerpunkte abgearbeitet, nämlich:

Antikoagulation bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern, bei Vorhofflimmern und PCI und bei der langfristigen Therapie des KHK. Bei allen Punkten gilt es abzuwägen zwischen Blutungsrisiko und Thrombose-Prävention.

Gibt es Alternativen zum Warfarin beim nicht-valvulären Vorhofflimmern? In der ENGAGE AF TIMI 48 Studie wurde Edoxaban- ein direkter Faktor Xa-Inhibitor – in den Dosierungen 60 mg/d und 30 mg/d mit Warfarin verglichen. Primärer Effektivitätsendpunkt der Studie war die Rate von Schlaganfällen oder anderen systemischen Embolien. Hier zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Kohorten (übrigens auch in der Subgruppe der Patienten mit DM nicht). Jedoch hatte Edoxaban eine geringere Rate an Major-Blutungen als Warfarin.

In der Re-Dual PCI Studie wurden Patienten mit Vorhofflimmern, die eine PCI mit Stentimplantation erhalten hatten, untersucht. Bis dato war eine Triple-Therapie mit zwei Plättcheninhibitoren und einem Vitamin-K-Antagonisten Standard. Das Ergebnis der Studie war, dass Dabigatran kombiniert mit einem Plättchenhemmer ein deutlich geringeres Blutungsrisiko vorweist als die klassische Triple-Therapie, ohne dabei ein höheres Risiko für thrombembolischen Ereignissen zu haben. Die Subgruppenanalyse zeigte keinen Unterschied zwischen Patienten mit und ohne Diabetes.

In der dritten Studie – die COMPASS Studie – wurde die Wirksamkeit von Rivaroxaban, Rivaroxaban + ASS und die ASS Monotherapie zur Reduktion von Myokardinfarkt, Apoplex und kardiovaskulärem Tod bei KHK oder pAVK Patienten verglichen. Die Kombitherapie war den beiden Monotherapien in der Gesamtmortalitätsreduktion überlegen, jedoch zeigte sich ein Anstieg der schweren Blutungen. Es fand aber kein signifikanter Anstiegt von intrakraniellen Blutungen, kritischen Organblutungen und tödlichen Blutungen statt. Patienten mit Diabetes profitierten besonders von der Kombitherapie.

Walter Max Ballot

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