Adipositas – Neuer Ansatzpunkt zur Behandlung im Gehirn?

Ferdinand-Bertram-Preis der DDG auf dem Diabeteskongress 2019

Übergewicht behandeln? Eine Problematik bei der Behandlung von Adipositas liegt sicher darin, dass eine Lifestyle-Änderung oft nur schwierig umzusetzen ist. Leider ist Adipositas oft durch den Lebensstil (fehlerhafte Ernährung, mangelnde Bewegung) verursacht. Gibt es vielleicht andere Faktoren, die Adipositas begünstigen, an denen eine Therapie ansetzen könnte?

Bei der Verleihung des Ferdinand-Bertram Preises der DDG stellte Prof. Dr. med. Heni heraus, dass das Gehirn eine wichtige Rolle in der Pathogenese der Adipositas einnimmt. Grundlage dafür ist die Insulinwirkung auf Neurone des Hypothalamus. Tatsächlich werden die hypothalamischen Neurone durch Insulin erregt und hemmen die Glukoneogenese in der Leber. Insulineffekte auf den Hypothalamus haben somit einen positiven Effekt auf den peripheren Glukosestoffwechsel. Interessanterweise fehlt dieser Mechanismus bei übergewichtigen Personen und begünstigt die Entwicklung von Übergewicht. Ursache dafür ist eine Insulinresistenz im Gehirn, die bei adipösen Personen häufig vorliegt.

Für mich ist dieses Ergebnis sehr interessant, weil es einen neuen Ansatzpunkt in der Behandlung der Adipositas aufzeigt: zentrale Insulinresistenz. Das Verständnis der Insulineffekte im Gehirn und deren Folgen für den Stoffwechsel sowie das Bekämpfen zentraler Insulinresistenz könnten dazu beitragen, die Behandlung adipöser Patienten zukünftig zu verbessern.

Nedim Beste

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