Diabetes-Versorgung in Entwicklungsländern

Von Luise Poser

Als ich bei Pubmed einfach „diabetes children“ eingab, freute ich mich – wegen einer persönlichen Beziehung zu Kenia – über den aktuellsten Beitrag (Glycemic Control in Kenyan Children and Adolescents with Type 1 Diabetes Mellitus. Ngwiri T1, Were F2, Predieri B3, Ngugi P4, Iughetti L3 Int J Endocrinol. 2015).

Blutzucker-Tagebuch und Diabetes-Utensilien

Quelle: Fotolia/Fovito

Ich möchte ihn gar nicht im Detail wiedergeben, sondern nur ein paar einzelne Zeilen zitieren, die mich nachdenklich gemacht haben.

Wer den Artikel nachlesen möchte, findet die Langfassung hier. Dort werden natürlich auch die Quellenangaben geliefert.

…“Home blood sugar monitoring is taught to patients who can afford the strips.“ … „Values of HbA1c were not normally distributed: their range was 6.4-19%, median HbA1c was 12.1%.“ … „The overall prevalence of poor control was 72% when a cut-off HbA1c of 8% was used.“ … „Only about one-third of patients in the study had fridges to store their insulin.“ … „All children received a conventional insulin regimen.“ … „Only 28% of Kenyan children and adolescents with T1DM had reasonable control. … better than data obtained in Sudan where reasonable control was found in only 12.5% of patients.“ … „In the absence of a publically funded healthcare system, these costs are borne almost entirely by individuals. In this context, poor disease prognosis with higher morbidity and mortality seems to be the unavoidable outcomes.“ … „Elbagir et al. in Sudan had found that patients faced with scarcity of insulin actually reduced their insulin per dose or the number of doses per day in order to stretch their supply. Tanzanian children with T1DM, in addition to limited supply, reduce spontaneously the prescribed dose of insulin to guaranty a longer period and lower cost of treatment.“ …

Hier trudeln gefühlt ständig Werbebotschaften neuer Medikamente, Insuline, Blutzuckermessgeräte oder Insulinpumpen ins Haus, während es an anderen Orten – nicht nur in Afrika – etwa an Ressourcen für eine adäquate Kühlung der Insulinvorräte mangelt, die es wiederum auch nicht immer und überall gibt.

Sich solche Dinge vor Augen zu führen, hilft doch immer mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

An vielen tagen ärgern wir uns über Belanglosigkeiten – ob sie nun mit Diabetes zu tun haben oder nicht. Stattdessen sollte man sich wohl einmal öfter freuen, wie gut es einem geht – sogar als Diabetiker zum Beispiel hier in Deutschland. Die Krankheit nervt Betroffene fast jeden Tag, gar keine Frage! Doch haben wir hier tolle Möglichkeiten Patienten so zu versorgen und zu betreuen, dass schlimme Folgeerkrankungen vermieden werden und das Leben trotzdem lebenswert bleibt. Arbeiten wir also an der Motivation, diese zu nutzen!

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