51. EASD-Kongress 2015 bietet Neuigkeiten aus der Forschung

In der vergangenen Woche fand im schwedischen Stockholm der 51. europäische Diabeteskongress, EASD 2015, statt. Fünf Tage lang wurden dort die neusten Forschungsergebnisse rund um das Thema Diabetes präsentiert. Zwar gab es vergleichsweise nur wenige Beiträge aus dem Bereich der Grundlagenforschung, jedoch hatte das Programm auch für diese Zielgruppe einige interessante Vorträge und Poster zu bieten.

StockholmCity

Zu meinen persönlichen Highlights zählte in diesem Jahr der Vortrag des dänischen Forschers Torben Hansen von der Universität in Kopenhagen. Er berichtete über eine Variante des Gens TBC1D4, welche besonders unter den grönländischen Inuit weit verbreitet ist. Aufgrund von einer verminderten Aufnahme von Blutglukose duch den Skelettmuskel, beschert sie dem Träger ein erhöhtes Risiko, an Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes zu erkranken. Jedoch präsentierte Hansen auch Hinweise darauf, dass sich diese Genvariante im Laufe der Evolution für die Inuit als Vorteil erwiesen haben könnte, da sie aufgrund der Lebensumstände im arktischen Norden vermehrt Fette und nur wenig Kohlenhydrate zu sich nahmen.

Ein weiterer Höhepunkt war die Arbeit des Tübinger Forschers Martin Heni zur Insulinwirkung im menschlichen Gehirn. Heni erklärte, dass Insulin auch in einigen Hirnregionen wirkt, wodurch es unser Essverhalten, den Stoffwechsel aber auch kognitive Funktionen beeinflusst. Folglich kann es auch dort zu Insulinresistenz kommen, welche der Forscher und seine Kollegen bereits im Gehirn adipöser Menschen nachweisen konnten. Für seine Forschung wurde Martin Heni mit dem Nachwuchspreis der EASD, dem Rising Star, ausgezeichnet.

Stockholmsmässan

Alles in allem war der EASD 2015 auch für mich als Gundlagenforscher eine interessante und aufschlussreiche Veranstaltung, die mich veranlasst hat, auch mal über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.

Für alle, die in Stockholm nicht dabei sein konnten, gibt es auch im Nachhinein die Möglichkeit, sich einen Großteil der präsentierten Vorträge und Poster anzusehen, über das Virtual Meeting der EASD.

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