Neurobiologie des Essverhaltens

Ein Symposium dessen Thema gerade im Bereich Diabetes und Diabetesprävention nicht wichtiger sein könnte.

Der erste Vortrag in diesem Symposium von Frau Professor Dr. Horstmann drehte sich um das spannende Thema „Kognition und Entscheidungsverhalten bei Adipositas“. Faktoren wie UmwelteinflĂĽsse (Konfrontation mit Werbung), der gewählte Lebensstil und das Essverhalten (Entscheidungen) können Adipositas begĂĽnstigen. Daher wurde sich unser Entscheidungsorgan genauer angeschaut: das Gehirn. Viele Bereiche unseres Gehirns reagieren auf Essensreize – wenn wir Essen sehen, riechen, schmecken, verdauen. Teile dieser Gehirnbereiche spielen eine zentrale Rolle bei der Verhaltensteuerung und Entscheidungsfindung, und werden durch Dopamin versorgt. Studien konnten zeigen, dass Menschen mit Adipositas eine stark verminderte VerfĂĽgbarkeit von Dopaminrezeptoren gegenĂĽber normalgewichtigen Menschen im Gehirn aufweisen.

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Bempedoinsäure – Der neue Hoffnungsträger in der Lipidtherapie

Krankheiten des Herzkreislaufsystems gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Zu den wesentlichen Risikofaktoren gehört die Hyperlipidämie. Eine Senkung der LDL-Konzentration führt zu einer dramatischen Reduktion des kardiovaskulären Risikos.

Die aktuelle ESC/EAS-Leitlinie fordert daher straffe Therapieziele, doch die Behandlungsrealität zeigt, dass viele Patientinnen und Patienten mit einem sehr hohen Risiko, beispielsweise Diabetespatienten, unter Lipidsenker-Therapie nicht ihren Therapiezielwert erreichen. Hierfür sind häufig Statin-assoziierte Nebenwirkungen und ein verminderter Einsatz von „add-on Therapien“ verantwortlich. Die Bempedoinsäure, welche noch nicht in die Leitlinie aufgenommen wurde, stellt eine neue Therapieoption dar. Die zu Grunde liegenden Daten präsentierte Professor Dr. med. Sebastian Schmid auf dem digitalen Diabetes Kongress in seinem Vortrag „Bempedoinsäure – Das neue orale Add-on zur Kontrolle der Lipid-Werte“.

Bempedoinsäure hemmt die ATP-Citrat-Lyase. Das Enzym ist der HMG-CoA-Reduktase vorgelagert und wird nicht im Skelettmuskel, sondern nur in der Leber exprimiert. Dies wirkt sich positiv auf das Nebenwirkungsprofil und insbesondere auf die Entstehung von Myopathien aus. Die Therapie mit Bempedoinsäure wies additiv zur maximal verträglichen Statin-Therapie eine signifikante Senkung des LDL-Cholesterin-Wert placebokorrigiert in Relation zum Ausgangswert auf. In der Fixkombination mit Ezitimib zeigte der Arzneistoff noch eine deutlich größere Absenkung der LDL-Cholesterin-Konzentrationen.

Fazit: Bempedoinsäure erweist sich durch sein gutes Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil als sinnvolle Erweiterung des bisherigen Therapiespektrums.

Melissa Asuaje Pfeifer

Mikrobiotamodulation zur Prävention des Metabolischen Syndroms

Unser Mikrobiom steht im direkten Austausch mit unserer Nahrung. Was sich also in unserem Darm tummelt, können wir durch unsere Ernährung (zumindest zum Teil) direkt beeinflussen. Umgekehrt kann das Mikrobiom auch unsere Ernährungsgewohnheiten widerspiegeln (passend zum Konzept der „Western style diet“ kann man auch das Pendant der „western microbiota“ beobachten).

Welche Rolle das Mikrobiom in der Pathogenese des metabolischen Syndroms spielt, stellte Professor Dr. med Stephan C. Bischoff in einem Vortrag im Rahmen des diesjährigen Diabetes Kongresses der DDG heraus.

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Insulin action in the prefrontal cortex and its influence on eating behaviors

It was long thought that the brain was an insulin independent. However, this was quickly recanted after the identification of insulin receptors in the brain. Insulin action influences brain function in various outcomes, thus affecting memory, eating habits, etc. PD Dr. Kullmann focused in her presentation on the aspects of insulin and its effect on eating behaviors as well as the brain activity.

For men, the central insulin diminishes the feeling of hunger and food craving. For women, this effect is only seen in the postprandial state. Modulated by wanting, the prefrontal cortex activity in men decreases under insulin. However, the opposite pattern is seen in women. This allows for the conclusion that women demonstrate a higher central insulin-induced prefrontal cortex activity by appetizing food cues.

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