10 Jahre DZD – Die Highlights

Anlässlich des 10. Jubiläums des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung stellte Prof. Hans-Ulrich Häring aus Tübingen die Highlights aus einer Dekade der Diabetesforschung vor.

Als komplexe Stoffwechselerkrankung erfordert die Erforschung des Diabetes mellitus ein interdisziplinäres Team, dessen Mitglieder sich aus verschiedenen Positionen heraus dem Thema nähern. In Tübingen wurden sechs verschiedene körperliche Konstitutionen ( „Cluster“) ausgemacht, die in Zusammenhang mit der Erkrankung stehen. Besonders hervorzuheben sind dabei die Cluster 1 und 3, die ein besonders hohes Erkrankungsrisiko bergen. Cluster 1: Durch mäßig ausgeprägtes subkutanes Fettgewebe, jedoch viel viszeralem und Leberfettgewebe und eine niedrige Glukosesensitivität gekennzeichnet. Patienten, die zum Cluster 3 gehören, haben eine hohe genetische Prädisposition und auch vergleichsweise viel Leber- und viszerales Fett. Das Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken ist hier jedoch geringer als im Cluster 1.
Cluster 6 hingegen birgt im Vergleich kein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus. Dennoch ist dieses Kollektiv mit Nierenschäden assoziiert.
Woran liegt das? Die Patienten aus diesem Kollektiv weisen erhöhte Anteile an viszeralem Fett auf. Dieses ist mit perivaskulärem Fett und Fett im Nierenhilus assoziiert. Infolgedessen kommt es zu einer Hyperalbuminurie und zu einem Nierenschaden.

Weiterlesen

Sport fördert die Glukoseaufnahme in den Muskel – aber wie?

Vortrag: Sport und die Glukoseaufnahme in den Muskel von Maximilian Kleinert Ph.D.

Es ist lange bekannt, dass Sport einen positiven Einfluss auf den Glukosestoffwechsel des Körpers hat. Ca. 80% der vom Körper aufgenommenen Glukose wird vom Muskelgewebe aufgenommen. Nach Zuckeraufnahme schüttet der Körper Insulin aus, welches wiederum in der Muskelzelle den vermehrten Einbau von GLUT4-Transporter in die Zellmembran fördert. Über diesen Transporter kann Glukose vom Blutstrom in die Muskelzelle wandern. Aufgrund der Insulinresistenz ist die muskuläre Glukoseaufnahme bei Patienten mit Diabetes signifikant verringert.

Weiterlesen

Diabetes subphenotypes and precision medicine

Precision medicine is a new direction in diabetes therapy which considers a stepwise approach, incorporating the evidence from clinical studies, in order to achieve quantifiable, implementable outcomes based on diabetes etiology and risk of developing certain complications.
The traditional classification into type 1 and type 2 diabetes has proven useful in differentiating distinct pathophysiological mechanisms with clear therapeutic implications, yet it remains insufficient in explaining the wide variety of clinical manifestations of this disease. Furthermore, algorithms of prediction and prevention of diabetes complications, the rate of beta-cell failure, the proper methods of weight management, or medication suitability remain scarce. Precision medicine is the concept that specific treatments can be targeted to groups of individuals with specific genetic or metabolic features.
New technological and clinical developments coupled with increased statistical sophistication introduced diagnostic and therapeutic methods with a comprehensive understanding of the physiopathology behind type 2 diabetes. Thus it could be revealed that patterns of metabolic phenotype variation in humans can also distinguish subgroups of patients with similar metabolic traits. This was valid for both overt type 2 diabetes and prediabetes. By using clustering algorithms, research groups from DĂĽsseldorf and TĂĽbingen showed, using the well phenotyped German cohorts of patients with diabetes (German Diabetes Study) and prediabetes (PLIS Study), that specific metabolic features can be used to subdivide cohorts of patients into groups with similar patterns. Specific clusters were then showed to have rapid progression of microvascular and/or macrovascular complications or require aggressive escalation of therapy.
Making the correct and precise diagnosis can be challenging, but it is crucial to prevent long-term morbidity and mortality. Given the plethora of treatment options and clinical examinations, the challenge lies in finding simple clinical measures to identify patients at risk and subsequently matching the right drug with the right patient at the right time to obtain the best clinical outcome.

Weiterlesen

Can we treat type 2 diabetes by losing body weight?

Roy Taylor, Professor of Medicine and Metabolism, has been shown that type 2 diabetes is a reversible condition. After several humans study in which a very low-calorie diet was supplied, he concludes that type 2 diabetes is curable. The “sugar disease” can be treated by the simple fact of losing weight, driving by a reduction in body fat. Now the question is which role does body fat play in glucose homeostasis?

The importance of liver fat content

When we see people, we just see how they look like on the outside, but we cannot imagine how much fat can be around important organs such as liver. There is no doubt that obesity is a risk factor for the developing of type 2 diabetes. People who have been in a positive calorie balance for some years, they have increased liver fat content.

Weiterlesen

Wie der Diabetes mit dem Alter zusammenhängt und wie man im „Minkowski“-Saal einen Motivationsschub bekommt

„Typ-1-Diabetes – auf zu neuen Ufern“ – nachdem ich diesen Titel im Kongressprogramm gesehen habe, war fĂĽr mich klar, wie mein Donnerstagmorgen in Berlin aussehen wird. Ich wusste nämlich, dass ich um 8:30 im „Minkowski“-Saal sitzen werde, unabhängig davon, wie wichtig mir der Schlaf in dem Moment erscheinen wird. 

Mir war ebenfalls bewusst, dass ich als Hannoveranerin dieses Symposium besonders genieĂźen werde. Und so war es auch: Prof. O. Kordonouri als Vorsitzende, Prof. T. Danne und Dr. T. Biester als Vortragende – alles mir bekannte Namen und Gesichter vom Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover. „Da fĂĽhlt man sich doch sofort wie zu Hause“ – dachte ich mir, als der erste Vortrag der Session begonnen hat. Frau Prof. A. G. Ziegler hat ĂĽber Zusammenhänge zwischen dem Alter und dem Typ-1-Diabetes berichtet. Dank durchgefĂĽhrten Studien hat man beispielweise erkannt, dass das Risiko fĂĽr Inselautoimmunität mit dem Alter exponenziell abnimmt. Dabei beträgt die Halbwertszeit ca. 3,5 Jahre. Das bedeutet: Je später ein Kind im Verlauf seines Lebens auf das erste Stadium vom Typ-1-Diabetes gescreent wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, ein positives Screeningergebnis festzustellen. 

Weiterlesen

Nicht-medikamentöse Diabetes-Therapie

Nahrungsergänzungsmittel – sinnvolle Zusatzempfehlung oder evidenzlose Überflüssigkeit?

Die nicht-medikamentöse Therapie des Diabetes mellitus besitzt einen hohen Stellenwert, insbesondere im Typ-2-Diabetes (T2DM). Angefangen mit der Umstellung der Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität bei Patienten mit metabolischem Syndrom und T2DM, bis hin zur bariatrischen Chirurgie bei stark übergewichtigen Diabetespatienten werden viele dieser nicht-medikamentösen Therapiestrategien von ÄrztInnen, ApothekerInnen und DiabetesberaterInnen empfohlen bzw. angewendet. Eine weitere Form der nicht-medikamentösen Diabetestherapie ist der Einsatz von Nahrungssupplementen, welche sich positiv auf den Blutzuckerspiegel, die Insulinsensitivität und die Blutlipide auswirken. Hierzu gab Prof. Skurk einen schönen Überblick in seinem Vortrag „Supplemente bei Diabetes“.

Weiterlesen

ZuckersĂĽĂźer Hustensaft zur Therapie des honigsĂĽĂźen Durchfluss?

„Aus alt mach‘ neu“ „der zweite FrĂĽhling“ „das ist voll retro, aber total modern“

Nur einige wenige Ausdrücke aus unserem alltäglichen Leben, welche sich aber immer mal wieder als wahr herausstellen. Wer hätte gedacht, dass sich zuckersüßer Hustensaft als potienzielles Therapeutikum für Typ-2-Diabetes eignet? Ich zumindest nicht! So hinterließ der Vortrag über peripher wirkende Dextromethorphan Derivate einige bleibende Eindrücke.

Kurz vorweg: Es konnte bereits 2015 gezeigt werden, dass Dextromethorphan (DXM), vielen als Bestandteil von Wick MediNait® besser bekannt, die Glucose-abhängige Insulin-Freisetzung aus den Inselzellen des Pankreas erhöht. Dieser Effekt wird v.a. über eine NMDA-Rezeptor-antagonistische Wirkung erklärt.

Weiterlesen

Nachwuchs wird hier ganz groĂź geschrieben!

Es gibt 7 Millionen Menschen in Deutschland, die an Diabetes mellitus Typ 1 und 2 erkrankt sind. In den nächsten 20 Jahren wird die Zahl voraussichtlich um 50-75% ansteigen. Mit diesen harten Fakten starteten Frau Prof. Schürmann und Frau Prof. Kellerer in ihren Vortrag „Wer forscht und versorgt in Zukunft“. 

Sie verdeutlichten vor allem die Diskrepanz zwischen der Prävalenz des Diabetes in der Bevölkerung und den gehaltenen Diabetes-Vorlesungen und Seminaren in der Lehre. Auch in meinem eigenen Studium wird die Diabetologie in der Lehre eher wenig thematisiert. Das Interesse an diesem Fach ist dadurch im Durchschnitt bei meinen Kommilitonen eher gering. 

Weiterlesen

Die Rolle des ZNS in der Entwicklung von Typ-2-Diabetes

Dass Insulin nicht nur an den Körperzellen in Muskeln, Fett und Leber wirkt, sondern auch im Gehirn, ist seit einiger Zeit bekannt. Mit Hilfe von Insulinrezeptoren, die sich in vielen Gehirngebieten, wie dem Hypothalamus, befinden, entfaltet das Hormon hier seine Effekte auf das Essverhalten, den Energie- und den Glukosehaushalt. Im Typ-2-Diabetes ist es nachgewiesen, dass es auch im Gehirn zu einer Insulinresistenz kommen kann, die sich negativ auf den Blutglukosespiegel auswirkt.  Prof. Dr. med. Heni hat im Rahmen des DDG-Kongresses das Thema der zerebralen Insulinresistenz behandelt.

Weiterlesen

Basalinsulin – Nur noch einmal pro Woche?

Basalinsuline sind aus der heutigen Diabetestherapie nicht mehr wegzudenken. Sowohl ein 9-jähriger Junge mit Typ-1-Diabetikes, als auch eine 85-Jährige mit fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes sind auf Basalinsuline angewiesen. Daher werden kontinuierlich neue Insulinanaloga mit immer längerem Wirkungsprofil entwickelt. Doch welchen Vorteil hat die immer längere Wirkung der Insuline? Und wie schafft man es, ein basales Insulin über eine ganze Woche wirken zu lassen?

Dr. Andreas Liebl (Fachklinik Bad Heilbrunn) stellte die Benefits der verlängerten Insulinwirkung dar. Tatsächlich wurde in einer kürzlich publizierten Metaanalyse von Rebecca S. Holmes [1] herausgefunden, dass die längere Wirkung neuerer Basalinsuline wie Degludec oder Detemir im Vergleich zu Glargin U100 zwar keine signifikante Verbesserung bei Einstellung des Blutzuckers oder des HbA1c zur Folge hat, allerdings die Patienten bei den neueren Insulinen weniger Hypoglykämien erlitten.

Weiterlesen