10 Jahre DZD – Die Highlights

Anlässlich des 10. Jubiläums des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung stellte Prof. Hans-Ulrich Häring aus Tübingen die Highlights aus einer Dekade der Diabetesforschung vor.

Als komplexe Stoffwechselerkrankung erfordert die Erforschung des Diabetes mellitus ein interdisziplinäres Team, dessen Mitglieder sich aus verschiedenen Positionen heraus dem Thema nähern. In Tübingen wurden sechs verschiedene körperliche Konstitutionen ( „Cluster“) ausgemacht, die in Zusammenhang mit der Erkrankung stehen. Besonders hervorzuheben sind dabei die Cluster 1 und 3, die ein besonders hohes Erkrankungsrisiko bergen. Cluster 1: Durch mäßig ausgeprägtes subkutanes Fettgewebe, jedoch viel viszeralem und Leberfettgewebe und eine niedrige Glukosesensitivität gekennzeichnet. Patienten, die zum Cluster 3 gehören, haben eine hohe genetische Prädisposition und auch vergleichsweise viel Leber- und viszerales Fett. Das Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken ist hier jedoch geringer als im Cluster 1.
Cluster 6 hingegen birgt im Vergleich kein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus. Dennoch ist dieses Kollektiv mit Nierenschäden assoziiert.
Woran liegt das? Die Patienten aus diesem Kollektiv weisen erhöhte Anteile an viszeralem Fett auf. Dieses ist mit perivaskulärem Fett und Fett im Nierenhilus assoziiert. Infolgedessen kommt es zu einer Hyperalbuminurie und zu einem Nierenschaden.

Welchen Nutzen können wir aus diesen Erkenntnissen für die Klinik ziehen? Die Clustercharakterisierung hilft, den Effekt einer Lebensstilintervention besser zu verstehen und könnte ein Ausgangspunkt für weitere Studien sein.

Simon Shabo

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